Hoch hinaus
Ich bin groß, riesig, riesenhaft beinahe. Nein wirklich, es ist nun mal so, das habe ich von meiner Mutter geerbt, genauso wie die ausgeprägte Tierliebe und den Hang zum Chaos. Nur damit sie einen etwas besseren Einblick erhalten, ich gefährde keinenfalls den Bürgersteig mit meiner Figur, ich erinnere nicht an einen Panzer oder dickhäutige, graue Tiere. So schlimm ist es nicht, eher im Gegenteil…ganz akzeptabel. Ich bin eben einfach nur groß. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich hauptsächlich flaches Schuhwerk trage?!
Aber sie kennen das ja. Palatschinken mit Vanilleeis, Schokosauße und Schlagobers (Cherrykirsche nicht vergessen) schmecken nur so lange ausgezeichnet, solange man sie nicht jeden Tag essen muss. Und weil ich vor kurzer Zeit beim Friseur war noch einen Freund hatte, der nicht so überragend war (rein größentechnisch versteht sich), habe ich die Schnauze voll von Ballerinas/Flip Flops/Sportschuhen/Sneakers/Slippers und allen ähnlich knapp besohlten Schuhen. Trotz allem bin ich schließlich auch nur ein Mädchen, was gleichzeitig auch den Besitz von über dreißig Paar Fußschmuck vermuten lässt. Und diesen kann ich nur bestätigen. Wahrscheinlich hat mich das gestern auf die glorreiche Idee gebracht, mal wieder die schwarzen Pumps auszugraben.
Beim Verlassen des Hauses hab ich mich noch gefühlt wie eine Venus, aus gleichnamiger Damenrasiererwerbung. Das Gefühl, das ich hatte, als ich nachts um halb zwölf, barfuß und im Slalom über den spärlich beleuchteten Trampelpfad, der zu meiner Wohnung führt, laufend (schwere Nacktschneckenplage in Wiens Kleingärten) hatte, kann und will ich hier nicht wiedergeben.
Nur soviel, wenn die Ballerinas der Schuhwelt die Palatschinken sind, derer man trotz allem irgendwann überdrüssig ist, dann sind meine Pumps das Hirn mit Ei, das man höchstens einmal im Jahr, ohne größere Folgeschäden zu erwarten, zu sich nehmen kann.