Good-Wiedersehen
Um bei diesen komischen Titeln zu bleiben. Ich verabschiede mich in den wohlverdienten Urlaub und verspreche loyale Berichterstattung nach der Rückkunft.
P.S.: Ja Ja ich weiß ich hab mich hier etwas lumpen lassen, aber hey: gönnt einem armen Menschen doch auch mal etwas Entspannung!!
Are you komplett meschugge?
Also ich weiß ja nicht wie es ihnen geht, aber aus meiner Sicht kann dieser Frage nur mit einer möglichen Antwort begegnet werden. Yes of course, oder was glaubst du!
Meine Gehirnwindungen qualmen schon, meine Finger brennen vom Seitenumblättern, meine Augen sind verätzt durch die grellen Leuchstiftfarben…Ich kann, gesundheitsbedingt, keinen weiteren Tag mehr lernen. Gott seis getrommelt, gepfiffen und wie man’s ihm sonst noch so rein sagen kann, ist morgen schon der letzte Tag der Diplomprüfungen. Zwei geschafft, bleiben zwei weitere Fachprüfungen.
Und wie ich die absolviert habe…Ich muss sagen, es gibt wieder mal allen Grund stolz zu sein auf die mentalen Strategien des Copings und des Settings. Ich hab getrödelt, ich habs ignoriert, ich hab optimistisch gedacht und den Erfolg visualisiert. Und ich hab beide Prüfer dazu gebracht, mir das Prädikat „Sehr Gut“ zu verleihen. Ganz getreu meinem Motto: „Minimaler Aufwand, Maximale Ergebnisse!“
Jetzt heißt es nur nochmal Daumen drücken für morgen. Noch einmal optimistisch sein, noch einmal visualisieren. Und dann seh ich vor meinen strahlend blauen Augen höchstens noch weißen Sandstrand und türkises Meer.
Alle Menschen sind mir…
besonders wertvoll zuwider und ein Quell der Freude Aggression. Und wenn der Hr. Qualtinger das sagen darf, warum dann nicht auch ich. Ich hab da nämlich so ein Problem:
Ich bin zu lieb! Zu nett! Zu verständnisvoll! Eine echte Empathin und die schärfste Konkurrenz der berühmten berüchtigten Florence N. Denn selbst wenn alles in Scherben liegt, wenn das Durchrasseln durch wichtige Prüfungen kurz bevor steht, wenn die Lieben in meiner Umgebung sich aufführen wie die letzten Menschen, ja selbst dann finde ich noch ein offenes Ohr für sie. So erst vor Kurzem, als Mr. Jackpot stockbesoffen angeheitert die Wohnungstür endlich findet, kurz herum stänkert um dann auf der Couch einzupennen. Ärgert mich gar nicht denk ich mir, muss ja sowieso lernen. Bin ja ohnehin beschäftigt, hab eben keine Zeit. Geh ins Schlafzimmer leg mich ins Bett und ärgere mich! Widersinnig?? Ja, das bin ich!
Aber quält ihn dann das schlechte Gewissen sprech ich trotzdem die halbe Nacht mit ihm darüber, bis plötzlich Vöglein zu singen beginnen. Wie? So früh schon wieder? Also ab in die Akademie und sich ellenlange Vorträge über Justizkunde anhören, wo doch übermorgen bereits Prüfung ist. Dann entfällt auch noch der letzte Vortrag, aber beschwere ich mich, ob der Ungerechtigkeit und des Zeitraubs…Nein! Ehrensache! Ich bin eben ein liebes Mädchen! Also ab nach Hause und wieder ärgere ich mich.
Die Nachbarin erwischt mich vor der Türe und bringt mich auf den neuesten Stand in Sachen persönliche Krankengeschichte: Atrithis ist schon besser, aber im Bauch rumorts dafür ordentlich! Interessiert mich das? Nein! Teil ich ihr das mit? Wieder Nein! Ich bin eben ein braves Mädchen. Und vor lauter Ärger habe ich bald ein Magengeschwür denk ich bei mir…
Aber wenn man die Menschen, die dich Umkreisen wie Ringe den Saturn, nicht mehr wertschätzt, was dann? Und wenn man für einen Mitmenschen keine Zeit hat, wofür soll man sich dann freie Zeit einteilen? Das Glück der Menschen liegt nun mal im Gesamten und nicht im Egoismus des Einzelnen. Und bevor ich zwar unbeheligt, dafür aber einsam und alleine bin, bin ich doch lieber lieb und brav!
Küss die Hand
und lass sie gleich hier in meiner. Weil sie so hübsch ist und sich so weich anfühlt. So winzig und beschützenswert ist. Und vor allem weil dein Ringfinger so seltsam leer aussieht. So als ob da etwas fehlen würde. Etwas das glänzt und glitzert und sich so richtig doll drum wickeln lässt.
Ob sich das Mr. Jackpot gefrat hat, als er von mir zu Wissen begehrte, ob es für einen Heiratsantrag noch zu früh sei?
So schnell schießen die Preußen zwar nicht, und wir essen auch nicht so heiß, wie wir kochen. Meine Mutter rotiert trotzdem schon im Kreis und überlegt insgeheim, ob Mark Medlock wohl als Hochzeitssänger zur Verfügung steht. Die Trauzeugen stehen auch schon fest und haben bereits beim ersten Zusammentreffen festgestellt, dass sie in Kombination die perfekten Hochzeitscrasher sind. Der Vorgeschmack darauf war mehr als horrible, mal abgesehen davon, dass man sich deren Alkoholkonsum, so lange man keinen Winzerkönig heiratet, nicht leisten kann. Und der Schwiegervater, der den letzten Anwärter, aufgrund seiner zu klein geratenen Hände, nicht leiden mochte, hat bis jetzt noch immer etwas auszusetzen gewusst.
Ein Glück nur, dass niemand von meiner geheimen Weddingplan-Mappe weiß. Darin steht nur ein einziger Wunsch:
DURCHBRENNEN!
Kampf und Krampf
Eigentlich hab ich gerne Stress. Ich mag das! So ein bisschen Nervenkitzel hie und da, einen kleinen Tritt in den Ar###. Sie kennen das doch auch oder. Eustress vs. Distress. Ein wenig Adrenalin, wenn man auf der Flucht vor dem großen, gefährlichen Säbelzahntiger ist, das haben schon unsere Urahnen zu schätzen gewusst. Aber im Moment fühle ich mich dann doch etwas zu digestresst.
Jeden Tag steh ich früh morgens auf, jeden Tag ists draußen Grau in Grau, jeden Tag setz ich mich an den Esstisch, wo dicke Wälzer und flatterige Skripten sich die Klinke in die Hand geben. Und dann gehts auf ins Land des hepatischen Comas, der Addison Krise und der Supraventrikulären Tachycardien. Juhu – klingt spannend, ist aber in Wirklichkeit mehr als ätzend. Da verbrennt man sich höchstens die Finger. Ich mag es nicht wenn man mich zu etwas zwingt, schon gar nicht wenn es dabei um das sture Lernen, verstaubter Behandlungsmethoden geht, die man in der Praxis sowieso nie einhält. Ich mag das Alles nicht mehr. Ich mag nur mehr eines:
Und zwar endlich mein Leben wieder zurück bekommen. Das dieses Jahr, intensivster Aus- und Weiterbildung endlich zu Ende geht und keine Narben sondern nur Vergessen zurück lässt. Und dann fahr ich auf Urlaub!!
November Rain
So fühlt sich das bei mir grade an! Grau, kalt, nass und das Alles obwohl gestern noch die Vöglein gezwitschert haben und die Sonne ganz mild vom Himmel lächelte. Ist aber nicht so schlimm, sagt ihre Fr. Marlen, denn der Herbst hat ja nicht nur Schattenseiten, obwohl der UV-Mangel doch dem einen oder anderen zu schaffen macht. Nein, im Herbst kann man auch irre viel schöne Dinge erleben.
Mich persönlich gelüstet beim ersten Schritt in die klamme Herbstluft ja immer nur nach einem. Und zwar nach einem Ike.abesuch. Ich kann ihnen dieses Phänomen auch nicht erklären. Möglich das es daran liegt, dass ich immer nur in kalten Jahreszeiten Wohnortwechsel durchgeführt habe, möglich aber auch, dass ich einfach an die Zweihundert-Stück-Packung Teelichter mit Kirscharoma denke. Auf jeden Fall zieht es mich mit riesen Schritten Richtung Interieur und Wohnzimmerdesign ist angesagt.
Das alleine ist ja schon mal eine nette Herbstaktivität und was da noch so Alles im Rahmen der Möglichkeiten liegt, dass zieht einem die warmen Hausschuhe aus. Nette Abende bei Kerzenlicht und warmen Vanilletee, Herbstausflüge mit Raschellaub und Kastanien sammeln. Drachensteigen lassen. Dem Liebsten die Hand in die Jackentasche schmuggeln und ein bisschen Wärme schnorren. Badewannenabende mit ganz viel Blubberschaum.
Ja, ich persönlich bin schon ganz kribbelig vor Freude und Erwartung und hab schon alle Karoschals, der Farbe nach, sortiert. Jetzt kanns endlich losgehen mit noch mehr Zweisamkeit. Auf die ruhige Jahreszeit ein dreifaches Hoch!!!
Beförderung
Fühlen sie sich manchmal auch ganz klein und unbedeutend. Wie ein Nichts und Niemand, so als würde ihr Dasein in dieser grausamen, kalten Welt keinerlei Bedeutung haben? Ich bin mir sicher sie kennen dieses Gefühl!
Mir passiert das vorallem, weil um mich herum soviele Menschen, soviel wirtschaftlicheren Tätigkeiten nachgehen, die soviel bessere Namen tragen, als mein JOB. Da gibt es erstmal eine Reihe von Studenten und Doktoranten, die ständig mit Fachbegriffen wie Consulting, Meeting und ähnlichem um sich werfen. (Sie sehen, ich bin leicht zu beeidrucken! Nee, die anderen Fachwörter vergesse ich einfach nur ständig) Bei mir hört man nach einem langem Arbeitstag höchstens Schlagworte wie gebettet, geputzt, gefüttert, ja und ab und an vielleicht sogar, gerettet. Trotzdem!
Dann gibt es ja seit neuem auch noch Mr. Jackpot, ein Managertyp erster Klasse, der natürlich auch ständig irgendwelche Seminare besucht oder sich sonst wie bemüht, möglichst noch mehr Differenz zwischen unsere beiden Intelligenzebenen zu bringen, als sowieso schon vorhanden ist. Und was soll ich ich ihnen sonst noch sagen wie kann ich ihnen mein Leid sonst noch klagen: seit meine beste Freundin Assistent of OCC ist, was, wie ich mich erinnere irgendetwas bedeutet muss, an das ich mich nicht erinnern kann, bin ich winzig! Mit Hut!
Ich verlange mit sofortiger Wirkung eine Beförderung, eine Lohnerhöhung, mir untergebenes Personal und natürlich, was ja in Wirklichkeit das Wichtigste ist, einen supertollen, superguten, supercoolen englischen Berufstitel. Z.B.: N.W.S.H.L.A.G.N.M.O.H
Nurse, who saves human live and gets no money or honor!
Backflash
Jetzt ehrlich, ganz unter uns…niemand liest hier mit, das kann ihnen die Statistik bestätigen…
Wann haben sie sich das letzte mal gefühlt wie ein sechszehnjähriger Teenager? So richtig mein ich? Schmetterlinge im Bauch, ganz ohne Raupen im Arsc#, das richtig fette Dauergrinsen im Gesicht (ich sag nur: „Die Zahnarztgattin empfiehlt), laut Musik am Mp3-Player hören und sich dabei Richtung heimwärts shaken…
Und dann diese endlose Gedankenschleife, die hauptsächlich Themen behandelt wie: „Naja, man will ja nichts überstürzten, aber wenn dann…“ „Schön ists ja schon!“ „Lieber gar nicht soviel daran denken!“ „Das geht nie gut?!“ Und im Gedanken schon die kleine Kapelle ums Eck gebucht und heimlich einen Schleier genäht. Kindernamen haben wir Frauen soweiso stets in petto.
Hätten sie mich gestern gefragt, was ich diesen Herbst so vor habe, hätte ich geantwortet: „Kekse backen (und sie dann alle alleine aufessen).“ Fragen sie mich heute würde ich wohl entgegnen: „Am liebsten wandere ich nach Neuseeland aus, weils einfach grad passt!“
Sternzeit Zwanzighundert
Kann es sein, dass ich vielleicht doch noch reich und berühmt werde? Meine Intelligenz gewürdigt, meine Unerschrockenheit teuer bezahlt? Denn wenn es sie wirklich gibt, dann hab ich sie an diesem Wochenende gefunden. Parallelwelten, Dimensionen die unserer nicht unähnlich sind, und doch ganz anders funktionieren. Man könnte meinen Oben wäre Unten, Links wäre Rechts und Frauen die so künstlich aussehen, als hätte man sie gerade aus dem Universalkatalog ausgeschnitten, wären die begehrtesten…halt Moment, da verenne ich mich jetzt in etwas.
Na wie auch immer, der langen Rede kurzer Sinn ist auf jeden Fall, dass sie bestimmt alle dieses Gefühl kennen, plötzlich die Kontrolle über das Geschehen verloren zu haben. Klappe, Action und das Leben ist ein einziger Film, bei dem man sich höchstens alle zwei Stunden mal fragen muss: „Passiert das gerade wirklich!“ Und was macht man dann in solchen Situationen?
Kneifen? Ist gut, bringt aber nicht viel, kann man ja schließlich auch im Film machen. Außerdem bekomme ich äußerst leicht blaue Flecken.
Luft anhalten? Eher unschön.
Sich selber einreden, dass das Erlebte gar nicht so toll ist und ab mit dem Kopf in den Sand? Würde eventuell sogar helfen, ist aber eine Taktik für Angsthasen. Ich fürchte mich höchstens vor Spinnen.
Also Klappe halten und genießen. Wenn ich auch nicht viel weiß, diesen Rat kann ich ihnen geben. Man hält sich mit nachdenken über unsteuerbare Situationen sowieso nur auf und zurück.
Um was es genau geht? Könnte ich ihnen natürlich verraten. Ich sage nur so viel…ich war beim Friseur und das hat auch Früchte getragen…
Instinkt
Die Welt ist rund, die Erde dreht sich um die Sonne, Tiere haben bessere Instinkte als Menschen…ja das Leben beruht nun mal auf einer nicht enden wollenden Aneinanderreihung von Tatsachenberichten. So allá: „Ja dieses und jenes habe ich bereits duchgemacht und ich habe es überlebt!“
Natürlich habe ich mit der mir angeborenen, unnatürlich hohen, Intelligenz eines Großstadtmädchens längst durchschaut, dass Tiere uns in vielen Dingen überlegen sind. Eulen sehen gut bei Nacht. Geparden können ziemlich schnell sprinten. Giraffen haben bestimmt nie das Problem die Handtaschen aus dem obersten Regal des Kleiderschranks zu holen. Und Katzen, Katzen können auch jede Menge. Gehört meisterschnuppern denn auch zu diesen überdurchschnittlich ausgeprägten Fähigkeiten??
Sie erinnern sich vielleicht an meine brüske Selbstbeweihräucherung, keine Katze mein Eigen zu nennen. Nun, man wird nicht glauben wer mich gestern maunzend vor der Gartentür empfangen hat. correcto mundo. Nachbars Katze Milchbart.
Verdammt, ich glaube sie ahnt schon etwas!