Badeschluss

August 28, 2008 at 10:12 (Lifestyle) ()

Dann soll es wohl gestern wirklich das letzte Mal gewesen sein, dass ich meinen Luxuskörper zu Wasser gelassen habe. Zwar auch nur in einem x-beliebigen Freibad in unserer schönen Hauptstadt, weil Meerwasser und kühle Bergseen gerade nicht verfügbar sind, aber immerhin. Die letzten Sonnenstrahlen hab ich mitgenommen, die Energiereserve bis zum Maximum aufgefüllt und nun kann der Herbst kommen.

Ehrlich gesagt, ich bin ja ein gottloser Heide Atheist, aber eine höhere Macht muss sich sehr wohl etwas dabei überlegt haben, die Badesaison auf höchstens drei Monate zu beschränken. Die visuelle und geistige Überfoderung, der man solcher Orts ausgesetzt ist, könnte man kaum länger aushalten. Angefangen bei den TopTen der besten Kindernamen (gestern JULIAN, ANGELINA), über das Potpourri pickeliger Teenies (im Testosteronrausch), muskelüberfüllter Tweenies (im Testosteronrausch) und Männern mit Bierbauch (im Testosteronrausch), deren Blicken man sich nicht nur nicht entziehen kann, sondern die man nach sich zieht, wie eine abgehalfterte Braut ihre schmutzige Schleppe, bis hin zu verbalen Hochgenüssen just like Bam Oida und Fix Oida.

Ja, so ein Freibadbesuch ist eben ein unvergleichliches Erlebnis, und müsste ich doch ein bildliches Synonym nennen,würde mir spontan das Wort Katastrophentourismus in den Sinn kommen. Aber, nur damit wir uns nicht falsch vestehen, so ein bisschen Schaulust, Klatsch und Trascht gehören doch zum Leben, wie ein kühles Bier zum Feierabend. Deswegen freu ich mich jetzt schon auf die nächste Badesaison, wenn es wieder heißt:

„Erste Reihe fußfrei im Freibadtheater!“

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