Alle Menschen sind mir…
besonders wertvoll zuwider und ein Quell der Freude Aggression. Und wenn der Hr. Qualtinger das sagen darf, warum dann nicht auch ich. Ich hab da nämlich so ein Problem:
Ich bin zu lieb! Zu nett! Zu verständnisvoll! Eine echte Empathin und die schärfste Konkurrenz der berühmten berüchtigten Florence N. Denn selbst wenn alles in Scherben liegt, wenn das Durchrasseln durch wichtige Prüfungen kurz bevor steht, wenn die Lieben in meiner Umgebung sich aufführen wie die letzten Menschen, ja selbst dann finde ich noch ein offenes Ohr für sie. So erst vor Kurzem, als Mr. Jackpot stockbesoffen angeheitert die Wohnungstür endlich findet, kurz herum stänkert um dann auf der Couch einzupennen. Ärgert mich gar nicht denk ich mir, muss ja sowieso lernen. Bin ja ohnehin beschäftigt, hab eben keine Zeit. Geh ins Schlafzimmer leg mich ins Bett und ärgere mich! Widersinnig?? Ja, das bin ich!
Aber quält ihn dann das schlechte Gewissen sprech ich trotzdem die halbe Nacht mit ihm darüber, bis plötzlich Vöglein zu singen beginnen. Wie? So früh schon wieder? Also ab in die Akademie und sich ellenlange Vorträge über Justizkunde anhören, wo doch übermorgen bereits Prüfung ist. Dann entfällt auch noch der letzte Vortrag, aber beschwere ich mich, ob der Ungerechtigkeit und des Zeitraubs…Nein! Ehrensache! Ich bin eben ein liebes Mädchen! Also ab nach Hause und wieder ärgere ich mich.
Die Nachbarin erwischt mich vor der Türe und bringt mich auf den neuesten Stand in Sachen persönliche Krankengeschichte: Atrithis ist schon besser, aber im Bauch rumorts dafür ordentlich! Interessiert mich das? Nein! Teil ich ihr das mit? Wieder Nein! Ich bin eben ein braves Mädchen. Und vor lauter Ärger habe ich bald ein Magengeschwür denk ich bei mir…
Aber wenn man die Menschen, die dich Umkreisen wie Ringe den Saturn, nicht mehr wertschätzt, was dann? Und wenn man für einen Mitmenschen keine Zeit hat, wofür soll man sich dann freie Zeit einteilen? Das Glück der Menschen liegt nun mal im Gesamten und nicht im Egoismus des Einzelnen. Und bevor ich zwar unbeheligt, dafür aber einsam und alleine bin, bin ich doch lieber lieb und brav!
Küss die Hand
und lass sie gleich hier in meiner. Weil sie so hübsch ist und sich so weich anfühlt. So winzig und beschützenswert ist. Und vor allem weil dein Ringfinger so seltsam leer aussieht. So als ob da etwas fehlen würde. Etwas das glänzt und glitzert und sich so richtig doll drum wickeln lässt.
Ob sich das Mr. Jackpot gefrat hat, als er von mir zu Wissen begehrte, ob es für einen Heiratsantrag noch zu früh sei?
So schnell schießen die Preußen zwar nicht, und wir essen auch nicht so heiß, wie wir kochen. Meine Mutter rotiert trotzdem schon im Kreis und überlegt insgeheim, ob Mark Medlock wohl als Hochzeitssänger zur Verfügung steht. Die Trauzeugen stehen auch schon fest und haben bereits beim ersten Zusammentreffen festgestellt, dass sie in Kombination die perfekten Hochzeitscrasher sind. Der Vorgeschmack darauf war mehr als horrible, mal abgesehen davon, dass man sich deren Alkoholkonsum, so lange man keinen Winzerkönig heiratet, nicht leisten kann. Und der Schwiegervater, der den letzten Anwärter, aufgrund seiner zu klein geratenen Hände, nicht leiden mochte, hat bis jetzt noch immer etwas auszusetzen gewusst.
Ein Glück nur, dass niemand von meiner geheimen Weddingplan-Mappe weiß. Darin steht nur ein einziger Wunsch:
DURCHBRENNEN!
November Rain
So fühlt sich das bei mir grade an! Grau, kalt, nass und das Alles obwohl gestern noch die Vöglein gezwitschert haben und die Sonne ganz mild vom Himmel lächelte. Ist aber nicht so schlimm, sagt ihre Fr. Marlen, denn der Herbst hat ja nicht nur Schattenseiten, obwohl der UV-Mangel doch dem einen oder anderen zu schaffen macht. Nein, im Herbst kann man auch irre viel schöne Dinge erleben.
Mich persönlich gelüstet beim ersten Schritt in die klamme Herbstluft ja immer nur nach einem. Und zwar nach einem Ike.abesuch. Ich kann ihnen dieses Phänomen auch nicht erklären. Möglich das es daran liegt, dass ich immer nur in kalten Jahreszeiten Wohnortwechsel durchgeführt habe, möglich aber auch, dass ich einfach an die Zweihundert-Stück-Packung Teelichter mit Kirscharoma denke. Auf jeden Fall zieht es mich mit riesen Schritten Richtung Interieur und Wohnzimmerdesign ist angesagt.
Das alleine ist ja schon mal eine nette Herbstaktivität und was da noch so Alles im Rahmen der Möglichkeiten liegt, dass zieht einem die warmen Hausschuhe aus. Nette Abende bei Kerzenlicht und warmen Vanilletee, Herbstausflüge mit Raschellaub und Kastanien sammeln. Drachensteigen lassen. Dem Liebsten die Hand in die Jackentasche schmuggeln und ein bisschen Wärme schnorren. Badewannenabende mit ganz viel Blubberschaum.
Ja, ich persönlich bin schon ganz kribbelig vor Freude und Erwartung und hab schon alle Karoschals, der Farbe nach, sortiert. Jetzt kanns endlich losgehen mit noch mehr Zweisamkeit. Auf die ruhige Jahreszeit ein dreifaches Hoch!!!
Izzy und Co.
Ja gut, ich bin ein Serienjunkie. Nicht so richtig vielleicht, soll heißen ich versuche das unter Kontrolle zu halten. Also nur jeweils eine Serie, auf die ich mich dann jede Woche freuen darf und nicht mehr. Ist wohl genauso wie bei der Nahrungsmittelaufnahme. Und den Zigaretten und dem Alkohol, obwohl…naja!
Im Moment fröhne ich mal wieder Greys A. Lange haben wir Mädls uns schon darauf gefreut, zu erfahren wie das nun weitergeht: Mit Meredith und Mc Dreamy, mit Izzy und George, wird sich Alex auch endlich verlieben, und wird die Orthopädin wirklich lesbisch?? Fragen über Fragen und auf jede Einzelne möchte ich gerne die Antwort erfahren. Logisch ich kenn ja auch die ganze Vorgeschichte. Eigentlich sind diese netten, unwissenden und so herrlich dramatischen Assistenzärzte ja alte Bekannte für mich.
Mr. Jackpot kennt die harten Fakten nicht. Weiß nichts von dem süßen Tierarzt aus der ersten Staffel, von dem genialen Herzchirurg, der uns so früh zu verlassen hatte (danke Christina) oder von der Chefarztnichte, die so viel erleiden musste. Nein Mr. Jackpot dienen als Hintergrundinformationen, lediglich zwei Tatsachen. Es gibt einen Mc Dreamy und einen Mc Sexy und das sind zwei verschiedene gutaussehende Männer. Gut, das alleine reicht ja schon mal, um auf der Stelle zu einem großen Greysfan zu werden. Zumindest war das doch bei uns Mädls so, oder? Na bei meinem Mc ganz offensichtlich nicht, denn als ich gestern versucht habe, ihn über die vielen, vielen wichtigen Verflechtungen zwischen den Serienhelden aufzuklären, da hat er mir doch glatt in Gesicht gesagt, dass er das Interesse an diesen Mittwochabendvergnügungen nicht vertiefen will.
PAHH!!!!!
Ich hoffe ja nur, dass er sich das, aufgrund von Merediths genialer Aussage: „Wir vögeln schlafen mit den Männern, wie Nutten auf Tequilla“, noch anders überlegt.
Jemand
Ja sie haben mich. Erwischt! Dingfest gemacht! Auf frischer Tat ertappt! Die Hände noch im Käsekuchen! Vielleicht lach ich deswegen in letzter Zeit so viel ständig.
Naja, viel eher wohl weil es da jemanden gibt. Sie wissen schon: der mir Teeniegefühle und akuten Schlafentzug verursacht. Und noch so viele andere spannende Gefühle. So jemanden, dem man laufend in die Augen gucken will. Und dabei in die Backen kneifen und durch die Haare wuseln. Weils halt so schön ist! So jemanden, den man am liebsten rund um die Uhr sehen möchte, weil man in schon nach zehn Minuten wieder vermisst. Ein Jemand der einem die Bauchmuskeln trainiert, weil man immer entweder lacht oder Krabbelkäfer im Magen hat.
Es gibt da nur ein Problem…wie nenn ich diesen Jemand denn nun. Ich habe bereits schmerzlich feststellen müssen, dass es so etwas wie ein Kosenamenbuch nicht gibt (Memo an mich; neuer Weg zu Ruhm und Reichtum), wobei ich solch eines natürlich aus Willen zur Eigenkreativität wahrscheinlich nicht nie benützen würde. Aber gerade hier ist dieses Thema vordergründig.
Ich könnte das Kind den Mann beim Namen nennen, will ich aber nicht. Ich könnte Schatz, Spatz, Stern, Riese, Bär, Süßer und ähnliches sagen. Diese Knüller hab ich aber leider schon an weniger potentielle Männer vergeudet. Schade eigentlich! Irgendwie bleibt eben nicht mehr viel übrig…deswegen bitte ich hier an dieser Stelle um phantasievolle Vorschläge. Ich nehme mir natürlich das Recht heraus, diese mit sofortiger Wirkung an mich zu reißen und sie als meine eigenen Ideen zu verkaufen.
Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich entschieden habe, für den neuen, weltbesten Kosenamen, soll dieser Jemand, weil meine beste Freundin ihn so bezeichnet (und ich inzwischen selbst daran glaube) Mr.Jackpot heißen.
AMEN!
Muss ich denn,…
muss ich denn, zum Städtele hinaus? Ja auf jeden Fall!
Irgendwann kommt im Leben halt doch immer der Punkt an dem man Abschied nehmen muss. Ich hab das heute auch schon getan, ich hab überhaupt schon vielen Menschen hinterher gewunken. Aber heute tue ich das nicht mit Abschiedstränen, sondern mit einem riesigen Grinsen. So zu sagen, von einer Perle einem Ohr zum Anderen. Und zwar nicht weil ich so ein gemeiner Mensch bin, der Leuten gerne weh tut, sondern weil ich selbst gerade so glücklich bin, dass ich gar nicht anders kann.
Vielleicht kommt irgendwann der Punkt wo ich selbst wieder grinsend zur Tür hinaus gewunken werde, aber ich glaube wirklich ich habe in diesem letzten Jahr etwas gelernt. (Wär hätte gedacht, dass ich das einmal behaupten kann..?) „Wenn man sich auf neue Begegnungen nicht einlässt, dann kann man sich ja gleich eingraben“, hat mir erst kürzlich jemand verraten und jetzt mal im ernst und ganz ohne den, mir eigenen, Sarkasmus – Ich kenne verdammt intelligente Jemande!
Backflash
Jetzt ehrlich, ganz unter uns…niemand liest hier mit, das kann ihnen die Statistik bestätigen…
Wann haben sie sich das letzte mal gefühlt wie ein sechszehnjähriger Teenager? So richtig mein ich? Schmetterlinge im Bauch, ganz ohne Raupen im Arsc#, das richtig fette Dauergrinsen im Gesicht (ich sag nur: „Die Zahnarztgattin empfiehlt), laut Musik am Mp3-Player hören und sich dabei Richtung heimwärts shaken…
Und dann diese endlose Gedankenschleife, die hauptsächlich Themen behandelt wie: „Naja, man will ja nichts überstürzten, aber wenn dann…“ „Schön ists ja schon!“ „Lieber gar nicht soviel daran denken!“ „Das geht nie gut?!“ Und im Gedanken schon die kleine Kapelle ums Eck gebucht und heimlich einen Schleier genäht. Kindernamen haben wir Frauen soweiso stets in petto.
Hätten sie mich gestern gefragt, was ich diesen Herbst so vor habe, hätte ich geantwortet: „Kekse backen (und sie dann alle alleine aufessen).“ Fragen sie mich heute würde ich wohl entgegnen: „Am liebsten wandere ich nach Neuseeland aus, weils einfach grad passt!“
Hoch hinaus
Ich bin groß, riesig, riesenhaft beinahe. Nein wirklich, es ist nun mal so, das habe ich von meiner Mutter geerbt, genauso wie die ausgeprägte Tierliebe und den Hang zum Chaos. Nur damit sie einen etwas besseren Einblick erhalten, ich gefährde keinenfalls den Bürgersteig mit meiner Figur, ich erinnere nicht an einen Panzer oder dickhäutige, graue Tiere. So schlimm ist es nicht, eher im Gegenteil…ganz akzeptabel. Ich bin eben einfach nur groß. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich hauptsächlich flaches Schuhwerk trage?!
Aber sie kennen das ja. Palatschinken mit Vanilleeis, Schokosauße und Schlagobers (Cherrykirsche nicht vergessen) schmecken nur so lange ausgezeichnet, solange man sie nicht jeden Tag essen muss. Und weil ich vor kurzer Zeit beim Friseur war noch einen Freund hatte, der nicht so überragend war (rein größentechnisch versteht sich), habe ich die Schnauze voll von Ballerinas/Flip Flops/Sportschuhen/Sneakers/Slippers und allen ähnlich knapp besohlten Schuhen. Trotz allem bin ich schließlich auch nur ein Mädchen, was gleichzeitig auch den Besitz von über dreißig Paar Fußschmuck vermuten lässt. Und diesen kann ich nur bestätigen. Wahrscheinlich hat mich das gestern auf die glorreiche Idee gebracht, mal wieder die schwarzen Pumps auszugraben.
Beim Verlassen des Hauses hab ich mich noch gefühlt wie eine Venus, aus gleichnamiger Damenrasiererwerbung. Das Gefühl, das ich hatte, als ich nachts um halb zwölf, barfuß und im Slalom über den spärlich beleuchteten Trampelpfad, der zu meiner Wohnung führt, laufend (schwere Nacktschneckenplage in Wiens Kleingärten) hatte, kann und will ich hier nicht wiedergeben.
Nur soviel, wenn die Ballerinas der Schuhwelt die Palatschinken sind, derer man trotz allem irgendwann überdrüssig ist, dann sind meine Pumps das Hirn mit Ei, das man höchstens einmal im Jahr, ohne größere Folgeschäden zu erwarten, zu sich nehmen kann.